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Wissenschaft - Kunst – Ökonomie in Goethes FAUST

- die Vortragsreihe zum FAUST-Festival Ismaning 2014

Faust sucht als Wissenschaftler nach der Erkenntnis dessen, was die Welt im Innersten zusammenhält; in Gretchen, der Helena und in der Kunst sucht er das Schöne; sein Weg zur Umsetzung seiner Lebensintentionen im Bereich politischer und wirtschaftlicher Mächte, seine Auseinandersetzung mit dem Bösen, seine Erfolge und sein Scheitern zeigen ihn als Typ des modernen Menschen. Das Drama

wirkt in unserer Gegenwart aktuell, weil es uns uns selbst zeigt.“

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Samstag, 22.02.2014  --  16.30 - 17.45 Uhr  --  Festsaal Rudolf-Steiner-Schule 

 

Dr. Friedwart Husemann: Die Tragödie des Wissenschaftlers

Der Ausgangspunkt ist, dass Faust an der Wissenschaft verzweifelt. Er wendet sich deswegen anderen und höheren Wissenschaften zu. Sein „Gang zu den Müttern“ im ersten Akt des zweiten Teils ist eine Art von Einweihung oder Initiation, die im Helena Akt eine weitere Stufe erreicht. Dann stürzt er sich in das Tatmenschentum und erreicht großen Ruhm. In all diesen Dingen gelingt ihm der erste Schritt, aber schon der nächste scheitert oder wendet die Sache ins Böse. Gerade in der Darstellung dieses Gelingens und Scheiterns liegt jeweils das Wahrheitsmoment dieser Dichtung. Im letzten Akt erlangt Faust als Dr. Marianus eine göttliche Wissenschaft, in der das Wahre mit dem Schönen und dem Guten sich verbinden kann. Dr. med. Friedwart Husemann, geboren 1945, Medizinstudium in München, seit 1977 niedergelassener Facharzt für innere Medizin in Gräfelfing bei München. Viele Jahre Mitarbeit in der Anthroposophischen Gesellschaft, München und in der Gesellschaft Anthroposophischer Ärzte in Deutschland. Seine zwei Töchter besuchten die Waldorfschule Ismaning bis zum Abitur.

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Sonntag, 23.02.2014  --  16.15 - 17.30 Uhr  --  Seidl-Mühle Ismaning

 

Marcus Schneider: Schönheit – der Erkenntnis Tor

Die Grenzen der täglichen Befangenheit sprengt Faust auf durch Suche nach der schönen Frau: der Schönheit als Erscheinungsform des Wahren – also der Kunst. Hier kommt Goethes „Credo“ auf seinen Höhepunkt. Der Mensch werde Gestalter. Marcus Schneider, geb. Basel 1954. Studium Phil. I und Pianist. Langjährige Lehrertätigkeit an der Rudolf-Steiner-Schule in Basel. Seit 1994 Co-Leitung der Akademie für anthroposophische Pädagogik in Dornach/Schweiz. Präsident des Paracelsus-Zweiges der AAG in Basel. Zahlreiche Publikationen und Vortragsmitschnitte bei www.sentovision.com.

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Montag, 23.02.2014  --  16.15 - 17.30 Uhr  --  Seidl-Mühle Ismaning


Dr. Benediktus Hardorp: Unsere Wirtschaftskrisen und Goethes FAUST

Wir empfinden unsere gegenwärtigen Wirtschaftskrisen meist als ein uns auferlegtes äußeres Schicksal, das uns - womöglich unverdienter Weise - trifft. Wer aber bewirkt diese Krisen, haben sie einen uns berührenden, uns betreffenden Sinn? Goethe sagt uns dazu in seinem FAUST: Wir selbst sind der entscheidende, zumindest der auslösende Faktor.

Der Mensch kann durch das Aufwachen an den gleichnishaften Lebensereignissen in der Welt des Geldes und der Macht zu sich selbst finden. Goethe hat dies einzigartig treffend im FAUST dargestellt. Zwischen dem „Prolog im Himmel“ und der „Himmelfahrt“ am Schluss spannt sich der Bogen der Gleichnisse.

Benediktus Hardorp, Dipl.-Vw., Dr. rer. pol., Promotion 1958 zur Geldlehre Rudolf Steiners; seit 50 Jahren als Wirtschaftsprüfer und Steuerberater im Raum Heidelberg/Mannheim tätig. Langjährige ehrenamtliche Mitarbeit in Gremien der Waldorfschulbewegung und in solchen des Berufstandes. Begründer des Instituts für Bildungsökonomie der Waldorfschulen und Mitgründer des Instituts für Bildungsforschung und Bildungsrecht. Zahlreiche Publikationen auf den genannten Gebieten

(siehe Schriftenverzeichnis www.hardorp-schriften.de).




Der Eintritt ist frei, es wird nach Ende der Veranstaltung um einen Unkostenbeitrag gebeten.

 

Die Vorträge am Sonntag und Montag werden in der Ismaninger Seil-Mühle stattfinden, ein Bus-Shuttle wird eingerichtet. Informationen dazu finden Sie rechtzeitig hier an dieser Stelle.